schulsanitätsdienst der verdener johanniter

Kleinere und auch größere Unfälle

Verdener Aller-Zeitung vom 21.03.11

Schulsanitätsdienst der Verdener Johanniter stets im Einsatz / Kongress im Haus Verdener Brunnen / Rollenspiele

Verden - (mw) · Leise redet Lara auf Svenja ein, nimmt deren Hand und streicht ihr behutsam über den Arm. Svenja ist gestürzt, hat sich dabei eine klaffende Wunde am Knie zugezogen und kann nicht mehr aufstehen. Die 13-jährige Lara ruft per Handy den Rettungsdienst, während sich ihre Freundin Annalena weiter um die Patientin kümmert. „Gut gelöst“, lobt Sven Bergholz vom Schulsanitätsdienst der Verdener Johanniter.
Es waren zwar alles nur Rollenspiele, die sich an zwei Tagen auf dem Gelände des Schullandheims Verdener Brunnen abspielten, doch so oder so ähnlich ereignen sich tagtäglich kleinere und auch größere Unfälle an den Schulen. „Dann schnell zu helfen und professionelle Unterstützung zu holen, dafür sind die Schulsanitäter da“, erklärt Thomas Höcherl, Koordinator für den Schul- und Sanitätsdienst der Johanniter im Landkreis Verden.
Höcherl hatte gemeinsam mit seinem Stellvertreter Sven Bergholz Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums am Wall, der Schule am Lindhoop aus Kirchlinteln sowie des Langwedeler Schulzentrums zu dem Kongress eingeladen. 21 Mädchen und Jungen aus den Klassen sieben bis zwölf waren gekommen, ließen sich neu oder fortbilden. „Eine tolle Gruppe, die gut mitgezogen hat“, lobten die beiden Ausbilder.
Einen ganzen Katalog an Anforderungen in Theorie und Praxis mussten die Kinder und Jugendlichen abarbeiten, lernten Erste Hilfe zu leisten und kleinere medizinische Diagnosen zu stellen. „Das kann bei der Anforderung des Notarztes schon sehr hilfreich sein“, weiß Höcherl.
Laura Pagese ist seit einem Jahr als Schulsanitäterin im Einsatz. Die 14-Jährige besucht das Gymnasium am Wall, wo die Sanitäter sich regelmäßig in einer Arbeitsgruppe treffen. Eingreifen musste sie auch schon mal: „Ein Schüler litt unter plötzlichem Asthma.“ Jonas Groß, 13 Jahre alt und ebenfalls auf dem Gymnasium am Wall, ist zur Stelle, wenn jemand in Not gerät. „Auf dem Schulhof war einem Schüler die Kniescheibe rausgesprungen. Wir haben uns um ihn gekümmert und dann den Arzt gerufen.“ Wie sie sich in solchen Fällen verhalten muss, weiß jetzt auch Annchristin Bensel. „Ich bin zum ersten Mal dabei, habe viel gelernt, und es hat mir viel Spaß gemacht.“
Spannend waren für die Kinder und Jugendlichen insbesondere die Rollenspiele. Für Höcherl und Bergholz unbedingt notwendiger Anschauungsunterricht: „Auch wenn es nur künstliches Blut, Schminke oder gestellte Szenen sind, es hilft den Kindern und Jugendlichen, bei tatsächlichen Unfällen, wenn sie ähnliche Situationen mehrfach vorher unter realistischen Bedingungen durchgespielt haben.“
Elf Jahre alt ist die Idee des Schulsanitätsdienstes im Landkreis Verden. Mit einer Handvoll von Aktiven sind die Johanniter damals angefangen, mittlerweile zählt die Schulsanitätsmannschaft etwa 26 Köpfe. „Wir suchen immer noch Verstärkung, und wenn Schulen im Landkreis Verden Interesse haben, sollten sie sich bei uns melden“, wirbt Johanniter Felix von Guionneau.
Zwei Tage dauert das Seminar im Schullandheim. „Es wird aber nicht nur gelernt und geübt“, betont Jutta Martens, Dienststellenleiterin der Johanniter am Standort Verden. „Die Kinder und Jugendlichen haben nebenher viel Freizeit und Spaß. Auch das gehört dazu“, lacht sie.
Wer Interesse an der ehrenamtlichen Arbeit der Johanniter oder am Schulsanitätsdienst hat, der sollte bei der Verdener Dienstsstelle unter der Telefonnummer 04231/2627 anrufen.