aufruf für knochenmarkspenderkartei

Hilfe für Lutricia – und für andere

Verdener Aller-Zeitung vom 12.02.11

Verden - (kp) · Helfen wollen, dieser Wunsch hält das Gymnasium am Wall, allen voran Franziska Schult und Phil Glückselig aus der Sanitäts-AG, zurzeit auf Trab. Am 18. März soll in der Schule eine Typisierungsaktion stattfinden, um Knochenmarkspender zu finden. Für Menschen auf der ganzen Welt, auch für die zwölfjährige Lutricia aus Verden. Bei der Sechstklässlerin wurde im vergangenen November zum zweiten Mal Leukämie diagnostiziert.

Mit der Nachricht von der Erkrankung sei sie auf „absolute Betroffenheit“ gestoßen, berichtet Jutta Heinrich, die stellvertretende Klassenlehrerin von Lutricia. „Es tut den Schülern unheimlich gut, dass sie etwas tun können“, hat Schulleiterin Petra Sehrt inzwischen festgestellt.

Die Hilfe ist breit angelegt. Zur Typisierung und Registrierung relevanter Gewebemerkmale genügen fünf Milliliter Blut, gerade mal eine Spritze voll. Für die Entnahme stehen am Freitag, 18. März, zwischen 12 und 18 Uhr, viele fachkundige Helfer, wie die Johanniter-Unfall-Hilfe und Eltern mit medizinischen Berufen, zur Verfügung.

Im Rahmen des Elternsprechtages wurden die ersten Flyer verteilt und Geld gesammelt. Denn jede Typisierung kostet 50 Euro. Auch bei der Aktion im GaW übernimmt dies die Deutsche Knochenmarkspenderkartei (DKMS). Die gemeinnützige GmbH ist daher auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Dazu wurde unter der Nummer 179 000 507 bei der Deutschen Bank, BLZ 640 700 85, ein Konto nur für das GaW eingerichtet. Hier kann auch der helfen, der das Höchstalter für eine Stammzellenspende, 55 Jahre, überschritten hat. Und wenn das Seminarfach Musik am Dienstag, ab 20 Uhr, in der Aula ein Konzert von Barock bis Pop gibt, gehen die Spendendosen natürlich auch um.

Frühestens mit 17 Jahren kann man sein Blut typisieren lassen, mindestens 18 Jahre alt muss der Stammzellenspender sein. Aber auch die jüngeren Schüler wollten aktiv sein. Sie, so berichtet Carola Schäfer, Vorsitzende des Schulvereins, werden jetzt Kuchen backen und in den Pausen verkaufen. Darüber hinaus sind Infostände in der Fußgängerzone geplant, um am 18. März so viele Menschen wie möglich ins Gymnasium am Wall zu holen.

Sie selber habe zunächst wenig über Leukämie gewusst und sich deshalb an Phil Glückselig gewandt, den Leiter der Sanitäts-AG, sagt Jutta Heinrich. Inzwischen ist die fünfköpfige Arbeitsgruppe der Typisierungsaktion drin im Thema und hantiert gekonnt mit Daten und Fakten.

Die beiden häufigsten Arten der Stammzellenspende sind die Entnahme von Knochenmark aus dem Beckenkamm oder, in 80 Prozent der Fälle, das Sammeln von Stammzellen aus dem Blut. Carola Schäfer, selber Ärztin, macht keinen Hehl daraus, dass beides mit vorübergehenden Unannehmlichkeiten für den Spender verbunden ist, Schmerzen nach einem Stoß oder grippeähnlichen Symptomen. „Aber ich rette ein Menschenleben damit“, macht sie die Verhältnismäßigkeiten deutlich.

Laut DKMS erkrankt in Deutschland alle 45 Minuten ein Mensch an Blutkrebs, darunter zahlreiche Kinder und Jugendliche. Die Grundlage der Behandlung bildet die Chemotherapie, wie auch Lutricia sie derzeit erhält. Viele Betroffene haben aber nur mit einer Stammzellenspende die Chance zu überleben. Hierzu möchten die Schüler des GaW ihren Beitrag leisten.