schüler der 6d werben für typisierungsaktion

Für die gute Sache gefroren

Verdener Aller-Zeitung vom 21.02.11

Verden - (kp) · Eiskalt pfiff der Wind um die Ecken. Der guten Laune von Jan-Malte, Anton, Melissa und Yeliz tat das aber keinen Abbruch. Fröhlich hielten die Sechstklässler des Gymnasiums am Wall Passanten in der Fußgängerzone Flugblätter und Spendendosen entgegen.



Melissa, Lutricia, Yeliz, Jan-Malte und Anton aus der 6d machten am Sonnabend Passanten auf die Typisierungsaktion im GaW aufmerksam.

Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Jutta Heinrich warben die Schüler für eine große Typisierungsaktion am Freitag, 18. März, von 12 bis 18 Uhr, im GaW, und nahmen dabei auch ablehnende Reaktionen in Kauf. „Wir quatschen die voll“, gab Yeliz als Devise gegen Nörgler und Ignoranten aus.
Die Ballonmütze schützend über die Ohren gezogen, trotzte auch Lutricia am Sonnabend zusammen mit ihren Klassenkameraden aus der 6d dem ungemütlichen Wetter. Die Zwölfjährige hat Leukämie, zum zweiten Mal. Ihre Erkrankung nahm das GaW zum Anlass, sich für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) zu engagieren. „Ich finde das echt toll“, freute sich Lutricia über diesen Einsatz.
Ziel der Aktion Mitte März ist es, so viele Menschen wie möglich zu motivieren, sich als potenzieller Stammzellenspender registrieren zu lassen, um damit gegebenenfalls einem Menschen irgendwo auf der Welt das Leben zu retten. Die einmalige Abgabe von fünf Milliliter Blut genügt, um die dafür nötigen Gewebemerkmale festzustellen und auf diese Weise einen so genannten genetischen Zwilling zu finden.
Stammzellen spenden kann jeder gesunde Mensch im Alter zwischen 18 und 55 Jahren. Die Typisierung kann sogar schon bei 17-Jährigen durchgeführt werden.
Wer nicht (mehr) in diese Altersklasse passt, aber trotzdem helfen möchte, hat die Möglichkeit zu spenden. Jede Registrierung und Typisierung kostet die DKMS 50 Euro. Jeder noch so kleine Betrag ist daher willkommen, entweder auf das Konto 179000507 bei der Deutschen Bank, BLZ 64070085, oder in eine der Spendendosen, die natürlich am 18. März im GaW stehen werden.
Dass es für die Schülerinnen und Schüler eine Herzensangelegenheit ist, machte auch der Brief deutlich, den Marai im Namen der 6d schrieb und der ebenfalls am Sonnabend verteilt wurde. „Als wir es hörten, hatten wir alle Angst und ein schlechtes Gewissen“, heißt es dort. „Wir hatten Angst, das Lutricia etwas passiert, und ein schlechtes Gewissen, weil wir nicht die ganze Zeit bei ihr bleiben können, um die Krankheit zu bewältigen.“ „Helft bitte!!!“, fordert die 6d eindringlich auf. „Lasst euch tpypisieren oder spendet Geld.“