schüler berichten von ihrem praktikum
Verdener Nachrichten vom 21.12.2011Von Andrea Krekemeyer
Verden. Gemüse schnippeln in der Domschänke, beim Arbeiten Musik machen oder einen Flyer für die Stadt Verden entwerfen - die Schüler der 10. Klassen des Gymnasiums am Wall (GaW) haben in ihrem zweiwöchigen Praktikum im November in viele verschiedene Berufe hineingeschnuppert. Gestern Vormittag präsentierten sie ihre Ergebnisse in der Schulaula und luden den Folgejahrgang ein, die unterschiedlichen Berufsfelder als Vorbereitung auf deren eigenes Praktikum im kommenden Schuljahr kennenzulernen.

Moritz Krüger mit seinem selbst designten Flyer vom zweiwöchigen Praktikum bei der Stadt Verden. Der Kirchlintler konnte den interessierten Neuntklässlern viele Tipps für deren Bewerbungen geben. © Andrea Krekemeyer
Thomas Schall, einer von insgesamt sechs Lehrern, die die Praktikanten betreuten und sie auch einmal in ihrem jeweiligen Betrieb besuchten, erklärt die Präsentation in der Aula: "Die einzelnen Stände sind nach den Gebieten der Berufe aufgeteilt. Aus fünf Bereichen sind Berufsgruppen vertreten: Gesundheit, Bildung, Dienstleistungen, öffentlicher Dienst und Juristen."
Die Zehntklässler hätten die Aufgabe, sich selbst und ihr Praktikum zu präsentieren und den jüngeren Schülern von ihren Erfahrungen zu berichten. Die jetzigen Neuntklässler seien ebenfalls bereits mit den Vorbereitungen für das anstehende Praktikum beschäftigt: "Die Praktikumsstelle haben sie sich schon ausgesucht, und sie schreiben schon fleißig an ihren Bewerbungen."
Schalls Kollegin Dörte Seidel, ebenfalls Praktikumsbetreuerin, ergänzt: "In den neunten Klassen üben wir mit den Schülern schon das Schreiben von Lebensläufen und den Aufbau einer Bewerbungsmappe. Darüber hinaus machen wir mit ihnen einen Selbsteinschätzungstest, um Stärken und Schwächen sowie Wünsche und Abneigungen zu ermitteln." Dies finde alles im Hinblick auf "das Leben nach der Schule" statt und solle die Schüler auf die "richtigen Bewerbungen", die sie dann zu schreiben hätten, vorbereiten.
"Ich habe mich bei verschiedenen Architekturbüros in Verden und Bremen beworben", sagt der vierzehnjährige Raphael Filipiak, einer der Neuntklässler, die sich die Präsentation ansehen. Zusagen hätte er jedoch noch keine bekommen. "Ich habe mir natürlich viele Stände hier angesehen, aber am meisten interessiert haben mich die von den Leuten, die auch bei einem Architekten ihr Praktikum gemacht haben", fügt er an.
Der fünfzehnjährige Tim Glückselig hat in den beiden Praktikumswochen als Koch in der Verdener Domschänke gearbeitet. Schnippeln war angesagt: "Es gibt dort insgesamt drei Köche, denen ich zugearbeitet habe. Eigene Gerichte habe ich nicht gekocht, aber bei vielen mitgeholfen. Es hat unheimlich viel Spaß gemacht. Sogar das Spülen war mit einer riesigen Maschine echt lustig." Die Domschänke als Praktikumsplatz habe er gewählt, weil "ich die Chefin dort schon kannte und selbst gerne dort esse".
"Wahnsinnig toll" sei auch das Praktikum von Alina Ott (16) gewesen: "Ich war bei einer Änderungsschneiderei in Luttum." Sie sei dort mit verschiedenen Aufgaben betreut worden: So habe sie zum Beispiel eine lilafarbene Jacke designt, die es in der Schneiderei nun auch zu kaufen gebe. "Es hat sehr lange gedauert, die insgesamt zehn Teile, aus der die Jacke besteht, zuzuschneiden, weil ich so etwas noch nie gemacht habe", beschreibt die 16-Jährige ihre Tätigkeit. Auf das Ergebnis, das sie nun für die anderen auf ihrem Laptop vorführt, sei sie sehr stolz. Das Praktikum habe sie in ihrem Wunsch, "auf jeden Fall einen kreativen Beruf zu ergreifen" bestärkt.
Vanessa Gross (14) hat ihr Praktikum im Musikhaus Hartig in Verden zwar "auch sehr viel Spaß" gemacht, weil sie "immer von Musik umgeben" gewesen sei. Aber die Aufgaben, mit denen sie im Fachgeschäft betraut worden sei, wären ihr "auf Dauer wohl doch nicht abwechslungsreich genug". Am besten sei gewesen, dass "wir im Laden selbst Musik gemacht haben, wenn gerade keine Kunden da waren". "Ich spiele vier Instrumente und werde nach der Schule Musik studieren", erzählt die Zehntklässlerin. So sei zumindest ihr bisheriger Plan.
Einen eigenen Flyer hat Moritz Krüger aus Kirchlinteln während seines Praktikums entworfen: "Ich war zwei Wochen lang bei der Stadt Verden im Bereich Marketing und Tourismus." Der Flyer sei für das Projekt "Historische Beschilderung" gewesen, bei dem alte Schilder an Hauswänden durch neue ersetzt werden sollen, so der Sechzehnjährige.

